Expressive Aquarelle, Holzschnitte und Radierungen
des Berliner Künstlers Carl-Heinz Kliemann
offerieren wir in unserer neuen Ausstellung zusammen
mit minimalistischen Wandreliefs und Skulpturen der
Niederländerin Riki Mijling.
Die Papierarbeiten von Carl-Heinz Kliemann
spiegeln seine intensive Auseinandersetzung mit der
Natur wider. Bis in die Gegenwart sind Stadtbilder
und Landschaften, die sich durch die subtile Balance
von Abstraktion und Realismus auszeichnen, das zentrale
Thema seines künstlerischen Schaffens.
Als bevorzugtes Medium verwendet Kliemann den Holzschnitt.
1947 schuf er, nachdem er in die Klasse von Karl Schmidt-Rottluff
gewechselt war, sieben Farbholzschnitte für eine Mappe
mit dem Titel „Landschaften“. Sie thematisieren Motive
und Umgebung von Berlin. Unter dem Einfluss seines
Lehrers entwickelt er in diesen Darstellungen eine
zurückgenommene flächige und ausdrucksvolle Formensprache
mit kräftigem Kolorit.
Gleichsam wird jedoch bereits eine eigenständige Handschrift
sichtbar, die Kliemann in den folgenden Jahrzehnten
stärker abstrahiert und präzisiert, indem er die Komposition
und Farbgebung auf das Wesentliche reduziert. Aus
Linien und Flächen entstehen Formen und Gebilde, die
in Verbindung mit dem leeren weiten Raum, den Kliemann
auf dem Papier hinterlässt, ein fragiles und empirisch--melancholisches
Moment offenbaren.
Riki Mijling bildhauerischen Arbeiten bestimmen
durch ihren klaren und erhabenen Ausdruck den Raum
und die Fläche. Die strengen geometrischen Kompositionen
der aus poliertem Stahl gefertigten Reliefserie „Resonance
Shape“ werden von Wandflächen unterbrochen, geschlossene
dunkle und geöffnete helle Flächen treten alternierend
in einen spannungsreichen Dialog miteinander.
Die Plastiken basieren auf minimalistischen kompakten
Formen wie Kugel, Ellipse und Quadrat. Ihre Ausführung
in den von der Künstlerin geschätzten Materialien
Bronze und Eisen und die gleichmäßig glänzend oder
unregelmäßig patinierten Oberflächen lassen die Objekte
optisch und haptisch erfahrbar werden: Materialität
und scheinbare Schwere der Werke lösen sich in der
Wahrnehmung des Betrachters auf.
Das Oeuvre von Riki Mijling erhält in der Auseinandersetzung
mit dem Zen- Buddhismus und der De Stijl-Bewegung
eine besondere Prägung: In einer von Reduktion, Geometrie
und Ästhetik insinuierten Formensprache kreiert sie
eine sinnliche, Kontemplation und Ruhe erzeugende
Aura.
Ausstellungsdauer: 7. Mai – 24. Juli 2010
GALERIE RIEDER MÜNCHEN